
Bit in Strömen
Media Streaming ist zum wiederholten Mal eines der heißen IFA-Themen. Kein Wunder, die Verbindung von Internet, PC/Notebook, Smartphone und AV-Anlage gehört beinahe zum normalen Alltag in der Consumer Electronics.
Wer vor zehn Jahren vorhergesagt hätte, was in diesem Jahr auf der IFA 2011 zu sehen sein wird, der wäre als hoffnungsloser Spinner abgestempelt worden: Auf dem Display eines Mobiltelefons (vor zehn Jahren war das noch ein Riesenknochen, der gerade mal digitale Ziffern abbilden konnte) wischend und tippend einen AV-Receiver im Wohnzimmer steuern, der dreidimensionale Videoinhalte von einer Festplatte irgendwo im Haus oder von einem Server irgendwo auf der Welt auf dem 3D-Fernseher im Schlafzimmer abspielt. Das ist heute keine Fiktion mehr, sondern aktuelle Technik, die von nahezu allen großen CE-Herstellern präsentiert wird.
Natürlich zeigen auch vergleichsweise neue, durch vernetzte Anwendungen bekannt gewordene Hersteller wie VideoWeb, Sonos und Co. neue Produkte, die sich genau in diesem Umfeld bewegen. Doch gerade die Tatsache, dass sich auch etablierte Vollsortimenter und Spezialisten wie Philips, Samsung, Denon, Yamaha oder Onkyo verstärkt auf das Thema stürzen, zeigt den Fortschritt von Idee und Qualität „gestreamter“ Musik- und Videodaten. Und selbst IT-Spezialisten wie etwa devolo und andere wollen nicht hinten anstehen und stellen Lösungen vor.
HiFi goes Smartphone/Tablet
Wie weit Smartphones und Tablets inzwischen in die tägliche Consumer Electronics und damit in das Leben des Konsumenten vorgedrungen sind, zeigt beispielsweise, dass selbst die als „konservativ“ verschriene HiFi-Szene jetzt mit Apps für iOS und Android auftritt. Erfreulich ist dabei, dass inzwischen auch dem Erfolg von Android Rechnung getragen und nicht mehr nur auf Apples Produkte geschielt wird. Samsung, sowieso einer der tragenden Verfechter des Google Betriebsystems, hatte schon zur IFA-Preview Bedientablets mit Android angekündigt, auf denen dann auch Fernsehinhalte gezeigt werden können. Jetzt hat auch Onkyo angekündigt, seine AV-Komponenten über eine Android-App steuerbar zu machen: Damit wird das On Screen Display eines Fernsehers nicht mehr benötigt, um Inhalte aus dem Netzwerk auszuwählen. Die Touchscreen-Benutzeroberfläche des Android-Gerätes gewährt den schnellen und einfachen Zugriff auf Menüs und eine Vielzahl von Funktionen, darunter natürlich auch Wahl der Eingangsquelle, Lautstäre und Klangfarbe – bis hin zur Auswahl der Hörzonen in Multiroom-Konfigurationen. Die App ist kompatibel zu allen 2011 vorgestellten Receivern. Und auch Yamaha stellt seine Komponenten unter die Fittiche von Smartphone-Applikationen: Nach dem AV-Controller für iOS, mit dem sich 17 Receiver und zwei Blu-ray Disk-Player steuern lassen, gibt es jetzt eine Android-App, mit der sich der Netzwerkplayer Yamaha NP-2000 steuern lässt. Allerdings muss dafür die Firmware des Streaming Clients aktualisiert werden.
Übliche Verdächtige
Kompaktanlagen, vor allem die mit iPod-Dock-Möglichkeiten, hatten in Sachen Vernetzung bislang vor den „ernsthaften“ HiFi-Komponenten einen Vorsprung. Bislang, denn jetzt holt das Lager auf, wie etwa Denons CEOL zeigt, das es jetzt auch als schwarze Version CEOL Noir gibt. Und auch Loewe ist mit den Air Speaker genannten W-LAN-Lautsprechern ganz vorn dabei: Die Kuben können via Apple Air Play auf iTunes zugreifen und so kabellos – bis auf einen Stromanschluss – überall durch Musik für Stimmung sorgen. Natürlich bei Bedarf auch gesteuert via iPhone. Eine ganz neue Schaltzentrale für die vernetzte Unterhaltung ist der Streamcorder von MacroSystem. Das gerade mal sieben Zentimeter hohe Gerät vereint im typischen 43 Zentimeter-Raster Server- und Client-Funktionen und nimmt es via LAN oder W-LAN mit bis zu 300 mbit/s mit dem heimischen Netzwerk auf. In ihm ist aber auch ein Doppeltuner eingebaut, wahlweise für DVB-S2 oder DVB-C.
Die notwendigen CI-Schächte sind ebenfalls vorhanden. Für die notwendigen Verbindungen sorgt devolo, auch dann, wenn keine Netzwerk-Leitungen liegen. Im dLAN-Programm gibt es jetzt die Produktgruppe dLAN Home: Speziell für die Anbindung von AV-Geräten hat der Aachener Hersteller von Netzwerkprodukten Powerline- und W-LAN-Bausteine zusammengestellt, die die Zusammenarbeit von Tablets und Notebooks mit dem Fernseher vereinfachen.
