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7-8/2011
 
 

Paradigmenwechsel

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Eigentlich war dieses Editorial schon geschrieben. Und eigentlich ging es um „MediaMarkt vs. Internet“ und um die Reaktionen der Kooperations-Chefs auf das Engagement der Industrie bei dieser Kampagne.


Wie Volker Müller (expert) und Benedict Kober (Euronics) das kommentieren, lesen Sie auf den Seite den Seiten 8 und 10. Eigentlich.

Doch dann ereilte die Redaktion die Revolution aus Ingolstadt. Die MediaMarkt-Führung gibt ihre dezentrale Filial-Struktur auf. Zumindest in einigen Teilen. Anfang Juli stellte MediaMarkt ausgesuchten Händlern und Herstellern die neue Online-Strategie vor, die zugleich diesen Paradigmenwechsel einläutet. Innerhalb des neuen Online-Kurses geht es um ein Kernsortiment von etwa 3.000 Produkten, die sowohl in den Filialen als auch online verkauft werden sollen. Und das zum absolut gleichen Preis.
Für die einzelnen Filialen bedeutet das, dass sie für diese 3.000 Produkte nicht mehr die Preisgestaltung und Verfügbarkeit selbst gestalten, eben dezentral agieren können. Im Gegenteil, sie sind für dieses Segment erstmalig an einen vorgegeben Preis gebunden. Damit diktiert und zentralisiert MediaMarkt den Filialleitern die Abgabepreise an die Kunden, also seine eigene, lokale Geschäftspolitik, und indirekt den Herstellern die Abgabepreise.
Denn die Ingolstädter streben auch im Online-Channel die absolute Preis-Marktführerschaft an. „Das meinen wir absolut ernst“, wie man mir aus Unternehmenskreisen bestätigt. Das heißt, die Preise für dieses Kernsortiment – mit dem MediaMarkt zurzeit etwa 80 Prozent des Umsatzes macht – müssen auf günstigstes Online-Niveau heruntergebrochen werden. Und dafür müssen Hersteller den Abgabepreis senken. Anders wird es nicht gehen.
Das Sortiment geht dabei, so meine Information, querbeet durch die Weiße und Braune Ware, inklusive Fernseher. „Nicht immer unbedingt Top-Produkte, aber immerhin umsatzrelevante Ware“, wie es mir gegenüber hieß.
Vielleicht muss dann auch hier der ein odere andere Kooperations-Chef sagen: Wir werden uns sehr, sehr genau anschauen, wer von Seiten der Industrie diese Aktivitäten unterstützt.
 

Herzlichst, Ihr
Andreas Wischerhoff
 



 
 
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