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Die wichtigste Messe der Consumer Electronics trägt auch dem Zusammenwachsen von IT, TK und Unterhaltungselektronik zunehmend Rechnung. Mobile Geräte, Vernetzung und die „Cloud“ stehen in diesem Jahr im Rampenlicht der IFA auf dem Berliner Messegelände.
„It’s big time.“ So bezeichnen die Amerikaner etwas Wichtiges, Großartiges, Wegweisendes. „Big Time“ ist es auch, wenn die IFA in Berlin am 2. September 2011 ihre Tore öffnet. „Big Time“, denn nicht nur die Unterhaltungselektronik klassischer Prägung ist am Start. IT-Produkte und alles rund um die Telekommunikation sind längst in den Köpfen der Käufer angekommen, wenn es um Unterhaltung geht – anders lassen sich die Verkaufszahlen von Note- und Netbooks, von SmartPhones und Tablets nicht erklären. Und jetzt geht es darum, das, was auf diesen Geräten schon Normalität ist, was die Kunden schon täglich nutzen, auch in die Unterhaltungselektronik zu integrieren. Und damit die Umsätze der Zukunft schon heute in die Wege zu leiten.
Reizwort Vernetzung
Die IFA 2011 wird mit ihren Themen alle die bestätigen, die sich schon seit längerer Zeit mit der Vernetzung von CE, IT und TK beschäftigt haben. Und dass diejenigen, die das Thema „Netzwerk im Wohnzimmer“ noch geflissentlich vor sich hergeschoben haben, inzwischen ziemlich hinter der Musik herlaufen – im wahrsten Sinne des Wortes.
HbbTV, das hybride Fernsehen, das TV- und Internetinhalte verknüpft. Smarte TV-Geräte. Mediastreaming aus dem eigenen Heimnetzwerk. Cloud-Computing, bei dem die Medieninhalte durch Abo-Dienste oder vom eigenen Internetspeicher auf den Fernseher oder durch die Lautsprecher kommen. Diese Produkte und Dienste sind keine Phantasien mehr, sondern können überall gekauft und genutzt werden.
Der Hosting-Anbieter Strato wird in Halle 17 auf der Messe seinen Online-Speicher HiDrive präsentieren. Bereits heute legt eine sechsstellige Kundenzahl Daten in der Internet-Cloud des Berliner Providers ab und nutzt sie unterwegs oder zu Hause.Wo auch immer sie sich gerade befinden, sie können auf den gleichen Datenstamm zugreifen und haben alle Daten immer griffbereit.
Damit die Vernetzung zu Hause auch funktioniert, präsentieren sich auch Hersteller von Netzwerk-Hardware auf der IFA. Unter anderem Netgear, Buffalo Technologies, AVM und erstmalig auch devolo zeigen ihre Router, Powerline-Adapter, Streaming-Clients und Netzwerkspeicher im Einsatz für Bild und Ton. Bis zu 450 Mbit/s rauschen inzwischen per W-LAN, 500 Mbit/s über Stromleitungen und die doppelte Datenmenge über Netzwerkkabel.
Mobile UE
Mit Diensten wie HiDrive bekommen auch die schnellen Schnittstellen von Handys, Smartphones, Tablets und Note- bzw. Netbooks einen Sinn: Auf Schritt und Tritt begleiten einen sämtliche Daten, die man mit der Zeit anlegt. Extremstes Beispiel sind dabei die Chromebooks, die auf Googles Betriebssystem Chrome OS aufbauen: Sie können ohne einen Online-Speicher gar nichts, sind komplett von ihm abhängig. Aus allen Sparten der mobilen Elektronik werden im Rahmen der IFA Neuheiten gezeigt. Bemerkenswert: LG kehrt mit edlen Notebooks wieder auf den deutschen Markt zurück.
Besondere Bedeutung wird bei der Implementierung der Nicht-UE-Technologien den Tablets zugemessen, die auch in Berlin wieder einen großen Teil des Hypes generieren werden. Eine Pressemitteilung der Messegesellschaft nannte sie „das Missing Link zwischen Unterhaltungselektronik und Heimvernetzung“. Was damit gemeint ist, zeigte Samsung schon im Rahmen der IFA-Preview in Hamburg und München: Die Koreaner programmierten eine Android-App, mit der Inhalte von einem Smart TV der höheren Samsung-Serien auf dem Screen des Tablets oder Smartphones angezeigt werden können. Dabei kann es sich um einen beliebigen Fernsehkanal, um das Bild von einem anderen Zuspielgerät oder gar den Inhalt einer App des smarten Fernsehers handeln. Das „Fenster zum Fernseher“ zeigt auf Wunsch jedenfalls etwas anderes an als der Samsung-Fernseher selbst.
Die IFA 2011 zeigt auf jeden Fall, wo für den Fachhandel die Umsatzpotenziale der Zukunft liegen. Tablets, Netzwerke, Streaming, Apps statt Fernbedienungen, Scart und DVD – der Wandel ist auch im Wohnzimmer angekommen.
