
Wege ins Netz
Die ganze Technik-Welt vernetzt sich und stellt damit viele Kunden vor ein Buch mit sieben Siegeln. Der Fachhandel muss sich spätestens jetzt auf den Weg machen, sich die Fähigkeiten eines Übersetzers anzueignen. Dazu braucht er das Wissen und das Werkzeug, um dem Kunden das neue Erlebnis in der Welt der vernetzten Consumer Electronics aufzuzeigen und barrierefrei zu ermöglichen.
Es sind heiße Zeiten: Die Welt der (mobilen) Consumer-Technik mit Unterhaltungselektronik, IT und Telekommunikation ist zusammengewachsen und vernetzt sich immer intensiver. Die Trennung der Übertragungswege – Geschichte. Die eindeutige Zuordnung von Geräten zu einer einzigen Funktion – vorbei. Selbst der Fachhandel steht oft vor einem undurchdringlichen Dickicht aus immer neuen Technologien, Abkürzungen und Produkten. Was soll der Kunde machen, der lange nicht so nahe am Thema dran ist, aber vielleicht dennoch das eine oder andere nutzen möchte, vielleicht aber auch gar nicht weiß, was alles über das hinaus noch geht, was er da letztens aufgeschnappt hat? Die gute Adresse Machen Sie sich fit, für Ihre Kunden der kompetente Netzwerkberater zu werden und werden Sie zu einer guten Adresse in Sachen Multimedia-Vernetzung. Dazu gehört natürlich nicht nur, die Funktionen der Geräte und ein paar auswendig gelernte Standardkürzel herunterrappeln zu können.
Ohne das entsprechende Erlebnis einer Vorführung wird kein Kunde auf die neuen Möglichkeiten anspringen, der nicht schon ein gerüttelt Maß an „Vorbelastung“ mitbringt. Für einen wenig informierten Verkäufer ist gerade dieser Typ Kunde zudem auch gefährlich: Er kann im Zweifelsfall schon mit wenigen Fragen entlarven, dass sein eigenes Wissen durch Internetrecherche und Gespräche im Bekanntenkreis größer ist als das des Händlers. Fachliche Kompetenz heißt nicht, jede ausgefallene Funktion auch noch so ausgefallener Geräte zu kennen. Doch die Basics müssen vorhanden sein, und dazu gehört auch eine kundengerechte Vorführmöglichkeit, die von den Funktionen überzeugt, die gewünscht sind. Klischee-Szenarien
Einer Großmutter von mehr als 60 Jahren werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erklären können, warum sie unbedingt ein Heimkino mit HDTV-Zugang zu irgendwelchen Online-Videotheken haben muss. Fast die identische Ausstattung aus Flachbild-Fernseher mit Ethernet-Anschluss und einem schnellen Internet-Zugang können Sie aber verkaufen, wenn sie ihr vorführen, wie sie mit der neuen Technik im Wohnzimmer einfach und überschaubar mit ihrer Familie kommunizieren und Bilder betrachten kann. Und ihr zeigen, dass sie sich um nichts kümmern muss außer um das Ein- und Ausschalten bzw. die Bedienung des neuen Fernsehgerätes. Weitere Problemtypen sind die Verweigerer: Ihnen ist der Aufwand zu groß. Sie haben allein beim Gedanken an neue und eine größere Anzahl Geräte, mehr Kabelverbindungen samt der zugehörigen Verlegearbeiten und überhaupt das Thema „Netzwerk“ schon eine Gänsehaut, selbst wenn sie wissen, dass sie mit den neuen Funktionen durchaus etwas anfangen könnten. Dabei sind Geschlecht und Alter völlig unerheblich. Noch mehr als bei der erwähnten Großmutter ist hier die Beratungstätigkeit des Fachhändlers gefragt, der vor allem die Scheu vor der Installation nehmen muss. Denn in der Regel sind die Netzwerkanschlüsse nicht da, wo die vernetzte Multimediatechnik sie erwartet. Dazu kann und muss er sich als kompetenter Ansprechpartner präsentieren, der auch die Inbetriebnahme der neuen Technik gewährleistet.
Fragen zur vorhandenen Technik, zur Wohnsituation und den Gegebenheiten der Infrastruktur sind unerlässlich. Verkaufsretter In der letzten Ausgabe des Media- Seller haben wir ihnen die „klassischen“ Methoden vorgestellt, wie man ohne großartige Stemmarbeiten einen Netzwerkzugang an die Stellen bringt, an denen eigentlich gar keiner liegt: W-LAN und PowerLine. Und doch gibt es Einzelfälle, in denen diese Hilfsmittel nicht ziehen. In vielen älteren Häusern liegen eigentlich genug Leitungen herum, die sich mit den geeigneten Hilfsmitteln für die Übertragung von IP-basierten Signalen nutzen lassen: Telefon- und Antennenkabel werden vor allem im Eigentum schon seit zig Jahren an Mobotix, aber auch in der Consumer- Technik eher unbekannte Hersteller wie Corinex. Sie sind zwar ein bisschen teurer, andererseits natürlich wiederum viel preisgünstiger und komfortabler als die Verlegung neuer Kabel in einem bewohnten Haus oder Wohnung. Wege zur Kompetenz Natürlich kann man versuchen, sich alle notwendigen Informationen und Fähigkeiten in mühevoller Kleinarbeit anzueignen. Einfacher ist es jedoch, eines der vielen Fortbildungsangebote zu nutzen.
Vor allem die Mitglieder der Kooperationen sind da fein raus, denn EP:, Expert, Euronics tum mehrere Stellen im Haus oder in der Wohnung verlegt. Und sie lassen sich mit entsprechenden Umsetzern auch für die Übertragung von Ethernet-Signalen nutzen. Zu den Anbietern gehören bekannte Namen wie devolo, Allnet und Mit dem Allnet ALL168207/200Mbit CoaxNet Adapter fliegen die Daten auch übers Antennenkabel an jede Stelle im Haus, ohne das TV-Signal zu beeinflussen. und telering bieten in den jeweiligen Schulungsprogrammen das entsprechende Know-how an.
Zudem hat sich mit dem Siegel der Seminarreihe von Plural Media inzwischen ein Label etabliert, das die Kompetenz eines Händlers in Sachen Vernetzung demonstriert. Ja: Diese Fortbildungen kosten Geld. Aber was ist teurer: ein Seminar für ein paar hundert Euro oder die Tatsache, dass die Entwicklung einer Branche an seinem Geschäft vorbei geht, weil man nicht mehr mit der Zeit Schritt halten kann? Zudem lässt sich der Beratungsund Installationsservice dann auch wieder in klingende Münze umsetzen, denn die Kunden wissen es zu honorieren, wenn ihnen auf diese Weise geholfen wird. So gesehen gar kein so teurer Spaß, sich in die Neuzeit der Multimedia-Technik zu begeben.
