
IFA 2011: Voll bis zum Anschlag
Die IFA hat ein Luxusproblem. Der Messe geht der Platz aus, um alle Anfragen bewältigen zu können. Aus diesem Grund gibt’s vom 2. bis 7. September zusätzliche Pavillons unterm Funkturm – und viele Angebote für den Fachhandel.
Alljährlich laden die Macher der IFA, der Veranstalter gfu und die Messe Berlin, Journalisten aus aller Welt zur „IFA Global Press Conference“. Es geht um die internationale Ausrichtung der Messe, um ihre Leistung und – natürlich – um ein Stück gut gemachter Selbstinszenierung. Und so nehmen Medienvertreter aus Korea schon mal mehr als 24 Stunden Anreise in Kauf, um sich über die „global leading Retailshow“ zu informieren.
Genauso wie ihre rund 300 Kolleginnen und Kollegen erfahren sie dieses Jahr im spanischen Alicante, dass die IFA die wichtigste und größte Consumer Electronics Messe ist, für Händler und Media- Vertreter. Messe Berlin Chef Dr. Christian Göke macht am sonnigen Samstagmorgen unmissverständlich klar: Nicht die CES in Las Vegas oder die CeBIT in Hannover, sondern die IFA in Berlin ist die Retailmesse schlechthin – mit Handel und Händlern im Mittelpunkt des Geschehens. Die CES mag mehr neue Innovationen zum Jahresauftakt präsentieren, die CeBIT ihre traditionelle Berechtigung vor allem in der IT haben, die IFA jedoch habe ihre Spitzenposition als Einkaufsmesse für den Consumer Electronics- und Home Appliances- Handel, der letztes Jahr immerhin 3,5 Milliarden Euro Umsatz generiert habe – sagt Göke. Warum das so ist? Göke hat die Erklärung schnell bei der Hand, respektive auf den Charts einer beeindruckenden Präsentation: Die drei umsatzstärksten Monate, so eine Erhebung der Messe, liegen weltweit zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember. Lediglich China reißt hier etwas aus – und Westeuropa, das noch weit bis in den Januar hinein starke Umsätze pflegt. Da komme eine Ordermesse wie die IFA genau recht, die wenige Wochen vor dem größten Handelsaufkommen für eine ausreichende Handelsbevorratung sorge.
Wichtig sei die IFA auch und vor allem für das europäische Consumerund Home Appliances Geschäft. Hier wurden im letzten Jahr rund 29 Prozent der weltweiten Umsätze getätigt. Europa sei damit einer der wichtigsten, aber auch einer der schwierigsten Weltmärkte. Denn die unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Kaufgewohnheiten auf engstem Raum machten diesen Markt schwer durchschaubar. Laut Göke trage die IFA einen wichtigen Anteil daran, diese Verflechtungen transparenter zu machen. Und keine CE-Messe habe eine größere Response in den Medien erzielt als die IFA in den letzten Jahren. Immerhin 6.000 der informierenden Zunft sollen im letzten Jahr von und über die IFA berichtet haben. Auch das ist ein wichtiger Faktor, für Industrie und Handel gleichermaßen.
