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11/2010
 
 

Energieeffizienz: A-Klassen-TV

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Wenn alles glatt geht, gibt es Anfang nächsten Jahres die ersten Energieeffizienz-Label für Fernseher. Zunächst noch auf freiwilliger Basis, sollen die „Energie-Pickerl“ ein Jahr später Pflicht werden. Für den Handel kann das Label eine zusätzliche Verkaufs-Hilfe sein.


In der Elektrogeräte-Branche ist das Europäische Energielabel ein alter Hut. Bereits seit 1996 gibt das Siegel den Konsumenten Auskunft über die Stromverbrauchswerte von Kühlschrank, Trockner und Co. Und was anfangs niemand so richtig ernst nahm, ist heute eine der wichtigsten Kaufentscheidungshilfen für den Konsumenten. Das erkannten schon früh die Elektrogeräte-Hersteller und bastelten solange an der Performance der Elektrogroßgeräte, bis innerhalb weniger Jahre nahezu alle Gerätetypen über die höchsten Energieeffizienz-Klassen A, beziehungsweise A+ und A++ bei Kühl- und Gefriergeräten, verfügten. Dass diese Top-Energiesparer einen höheren Marktwert und damit einen höheren Verkaufswert erzielten und erzielen, schadet ja nicht. Im Gegenteil.

 

Stromfresser TV

 

Nun will die Europäische Kommission in Brüssel den Stromfressern unter den Consumer-Electronic-Geräten, respektive den Fernsehern, an den Kragen. Laut einer Veröffentlichung der EU-Kommission verursachen TV-Geräte fast zehn Prozent der Energieausgaben eines Durchschnittshaushaltes.

Ein endgültiger Gesetzesentwurf, der die Rahmenbedingungen für ein TV-Energieeffizienz-Label festlegt und die Bedingungen für drei bisherige Weiße-Ware-Labels modernisiert, liegt seit Ende September vor. Stimmen die EU und der Bundesrat zu, könnte das geänderte Energieeffizienz-Gesetz und damit das neue Label und seine runderneuerten Pendants schon bald in Kraft treten. Wenn das Gesetz im „Amtsblatt der Europäischen Union“ veröffentlicht wird, können TV- und Elektrogeräte-Hersteller 20 Tage später zunächst auf freiwilliger Basis ihre Geräte mit den entsprechenden Zertifikaten auszeichnen. Energieeffizienz-Experte Werner Scholz vom ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) geht davon aus, dass dieses Mitte bis Ende Januar 2011 der Fall sein wird.

 

Nach einem Jahr Pflicht

 

Ernst wird es zwölf Monate später, also Anfang 2012. Dann müssen die Elektrogeräte, also auch die Fernseher, kraft Gesetz mit den neuen Labels gekennzeichnet werden. Dabei muss das Label jedem einzelnen Fernseher beigelegt werden.

Das neue TV-Label wird, wie die Elektrogeräte-Label auch, sieben farbige, mit Buchstaben von A bis G gekennzeichnete Effizienzklassen enthalten. Rot beziehungsweise der Buchstabe G bezeichnet die niedrigste, also schlechteste Effizienzklasse. Der dunkelgrüne Balken mit dem Buchstaben A steht demgegenüber für die beste Klasse.

Falls Hersteller in den nächsten Jahren die an sich sehr anspruchsvolle Kategorie A überschreiten, werden in Intervallen von drei Jahren zusätzliche Energieeffizienz-Klassen ‚A+’, ‚A++’ und ‚A+++’ geschaffen. Diese Erweiterungen kommen aber erst ab 2014. Die Farbcodierung wird beibehalten, so dass die jeweils beste Effizienzklasse immer mit der dunkelgrünen Farbkennzeichnung erscheint. Die neuen Labels erhalten jetzt weitere Piktogramme, die dem Konsumenten die relevanten Verbrauchseigenschaften erklären.


Eine Frage der Formel


Die Energieeffizienz-Klasse des Fernsehers wird übrigens nach dessen Energieeffizienzindex (EEI) ermittelt. Der wiederum leitet sich aus einer Formel ab, die die Leistungsaufnahme in Watt in einem Verhältnis zur sichtbaren Bildschirmdiagonale setzt. Die Formel berücksichtigt dabei zwar unterschiedliche Geräteausstattungen wie etwa eingebaute Festplatte(n) und die Anzahl der integrierten Signalempfänger. Genau hier liegt einer der größten Kritikpunkte am neuen Effizienzlabel. Die Formel berücksichtigt nur pauschal einige Ausstattungsmerkmale, längst aber nicht alle Sonderausstattungen wie Lautsprecher, Netzwerk-Geräte oder zusätzliche Receiver, die beispielsweise in High-End-Fernsehern verbaut sein können. Auf diese Weise kommen „schlichte“ LCD-Fernseher ohne viele Extras naturgemäß in der Energiebilanz besser weg als Spitzenmodelle mit viel Komfort.
Dennoch dürfte das neue Energieeffizienz-Label gerade beim TV-Verkauf eine wichtige Rolle spielen. Denn die Erfahrungen der letzten Monate aus dem Handel zeigen, dass Kunden beim Fernsehkauf durchaus auf Stromspareigenschaften achten. Und die lassen sich dann auf einen Blick erfassen – mit allen Vor- und Nachteilen.


 



 
 
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